Sein Antrieb war schon immer perpetuummobilesk
gewesen, es gab keinen Übersinn der ihn skizzierte.
Natürlich nicht.
Seine Brille war ein absoluter No-Go.
Ein total verkrümmter Alu-Rahmen fasste
die milchgläsernen Okulare aus billigem Hartplastik.
Er hatte sie aus eingeschmolzenen
Limonade-Flaschen zusammengelötet.
Die Bügel waren mehrfach grundlos mit Klebeband
umwickelt, wahrscheinlich um Stabilität zu suggerieren.
Es war halb zwölf.
Draußen war es relativ still,
doch in seinem Gehirn war Disco.
Er hatte es selbst programmiert.
Im Prinzip funktionierte es wie ein Super-Prozessor.
Die Kernkompetenzen konzentrierten sich im Stirnlappen,
der wiederum als Taktgeber für den ganzen Salat fungierte.
Durch vereinzelte äußere Sinnesreize,
die seine ansehnliche Filterschrankensammlung unbeschadet
passieren konnten, war das Gehirn trotzdem im Grunde
mit allem synchronisiert.
Sehr speziell war das schon, doch was tat man nicht alles für ein
bisschen Geld.
Der Doktor hatte schon 3 Mal in dieser Saison
den ersten Preis in Gehirn gewonnen.
Eine Welle des Fremdschams durchrollte bei jeder Siegerehrung
das Publikum, wenn der Doktor sich wieder als einziger freute
und auf dem Podest stundenlange Reden hielt die keiner hören wollte.
Er trottete in die Küche und schmierte ungeschickt ein Butterbrot
mit Margarine, Rahmstufe 3. Er kratzte und schabte so penetrant
mit dem Messer in der Margarinedose, dass dicke Plastikflocken
sich mit der gehärteten Fettemulsion zu einer ungenießbaren
Paste vermischten. Für den Doktor war es die Pflicht eines
jeden Kleinbürgers, sein Gehirn regelmäßig zu rebooten,
am besten mehrmals in der Sekunde, dachte der Professor verrückt.
Er biss in das versaute Brot und stöhnte noch
bevor er überhaupt etwas schmecken konnte
“MMmHH! mmMMMH! Wie lecker! MMHHHHH! MMHHHH! LECK-KER!”